Einer der größten Redner in der Kirchengeschichte war Johannes Chrysostomos – der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Goldzunge. Johannes war von Antiochien nach Konstantinopel gesandt worden, dem Zentrum des Oströmischen Reiches, um dort zu predigen. Mit großem Mut prangerte er die Sünden der Reichen und Mächtigen an. Er machte auch bei der Kaiserin Eudoxia keine Ausnahme. Diese wollte ihn daraufhin ins Exil schicken.
Als man Chrysostomos von diesen intriganten Plänen in Kenntnis setzte, antwortete er: „Wovor soll ich mich fürchten? Etwa vor dem Tod? Aber ihr wisst doch: Christus ist mein Leben und Sterben bedeutet für mich den höchsten Gewinn. Oder soll die Verbannung mir Angst machen? Gehört nicht die ganze Erde dem Herrn und er hat sie mit seiner Güte gefüllt? Soll ich den Verlust von Reichtum fürchten? Wir haben nichts in diese Welt gebracht und wir werden nichts mitnehmen. Nein, alle Schrecken dieser Welt sind für mich verächtlich und ich erfreue mich an allen schönen Dingen. Ich fürchte mich nicht vor Armut. Ich habe kein Verlangen nach Reichtum. Und der Tod hat seine Macht verloren.“
Heute sorgen sich viele Menschen darüber, was andere Leute von ihnen halten, anstatt sich zu fragen, wie Gott über sie denkt. Der Wunsch, niemanden zu nahe zu treten (was nicht grundsätzlich falsch ist) wird häufig zur Lebensmaxime erhoben. Als Folge davon, fürchten wir uns davor, einander die Wahrheit zu sagen.

Menschenfurcht ist eine Falle; wer aber auf den Herrn vertraut, der ist sicher.
Sprüche 29:25

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