Mein ältester Sohn

Mein ältester Sohn lehrte mich eine wichtige Lebenslektion.
Als er noch sehr jung war, spielte ich mit ihm, und diente als sein Ersatz-Spielkamerad. Sein Favorit war das „Bär-Spiel“.
Dazu stellte ich vier Stühle in eine Ecke, als Bau, begab mich da hinein und stellte mich schlafend. Mein kleiner Sohn versuchte dann an mir vorbei zu schleichen, um in die Küche zu gelangen. Und ich musste versuchen ihn zu fangen.
Ich erinnere mich an das letzte Mal, als wir das „Bär-Spiel“ spielten.
Er war in eine Zimmerecke gerannt, mit dem Gesicht zur Wand, und ganz aufgeregt, denn der „Bär“ war direkt hinter ihm und würde ihn gleich packen. Er hatte sich in die Spielszene so reingesteigert, dass er vor Aufregung zu schreien begann. Plötzlich stoppte der kleine Kerl, drehte sich um und rannte direkt in meine Arme und rief: „Ich fürchte mich nicht. Nicht ein ganz kleines Bisschen. Denn Du bist gar kein Bär. Du bist mein Papa.“ Ich hob ihn auf, und schaukelte ihn in meinen Armen, während sein kleines Herz immer noch raste. Er kuschelte sich in meine Arme. Ich sagte zu ihm: „Wir werden dieses Spiel nie wieder spielen.“ Er drehte sein Gesicht zu mir und antwortete: „Papa, ich werde mich nie wieder fürchten, denn ich bin ja bei Dir.“
Und plötzlich kam mir der Gedanke:
So habe ich mich Gott gegenüber auch verhalten. Ich bin vor ihm weggelaufen. Ich habe so getan, als wäre Gott mein Feind. Dabei hat er mich immer geliebt und wollte mich nur in seine Arme schließen. Denn er ist mein himmlischer Vater.

 

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